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Title Archäologie und Geschichte des hoch- und spätmittelalterlichen Landesausbau im Friaul – Rolle und Entwicklung der Burg Cucagna und ihrer Ausstattung im Nordosten Italiens
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Publication Date
Degree Level doctoral
University/Publisher Universität Freiburg
Abstract

Die vorliegende Arbeit entwickelte sich ausgehend von der archäologischen Untersuchung des Mittelpunkts einer Burgengruppe bei der Gemeinde Faedis im Osten des norditalieni-schen Friaul. Der Nukleus dieser von einer Rodungsanlage ausgehenden Burgen – mit Cuc(c)agna namentlich das quasi versteinerte Schlaraffenland – wurde über eine Spanne von 500-600 Jahren bis zur Zerstörung und Aufgabe um 1511 ausgebaut und genutzt. Die Grabungsergebnisse allein wären für ein Forschungsvorhaben angesichts der dicht belegten Burgenlandschaft Friaul unbefriedigend, obwohl sie mit der Erschließung diverser Baukörper und deren Vergangenheit inklusive des Gebäudeinventars für mitunter ziemlich genau ein-zugrenzende Zeiträume aktuellen Interessen an feudaler Wohn- und Repräsentationskultur zuarbeiten oder etwa dem Verständnis zur Nutzung des Umfeldes sowie der Wasser- und Nahrungsmittelversorgung auf Burgen dienlich sind. Es musste auf das Umfeld und groß-räumige Zusammenhänge wie das Verhältnis zwischen Heiligen Römischen Reich und Italien, Kirche und Patriarchat Aquileia sowie der italienischen Städte bis hin zu Venedig und entsprechenden Konkurrenten ausgegriffen werden, um die Transformationsprozesse des Phänomens hochmittelalterlicher Landesausbau mit ihrer spezifischen Ausprägung im Friaul berücksichtigen zu können. Die verschiedenen Einflüsse spiegeln sich archäologisch in Be-zug zu ländlicher Macht- und Besitzmanifestation wider und es zeigt sich, dass der aus aku-tem Schutzbedürfnis verteidigungsfähige Wohnsitz Cucagna spezifischen Aufgaben zur Ab-sicherung der Landesherrschaft unterworfen war. Die geographisch und mitunter politisch bedingte Grenzsituation spielt dabei nur eine Rolle, da es sich bei Cucagna um das Verwal-tungszentrum einer erst kleinen, bedeutend anwachsenden territorialen Herrschaft handelt. Dabei sind die deutschstämmigen Gründer der Burg keine Siedler des Landesausbaus unter den überwiegend slawischen Bewohner des Umfeldes. Es handelt sich vielmehr um Auftrag-nehmer, die in der Umsetzung ihrer Aufgaben als nachträglich etablierte Herrschaftselite hier den funktionalen Neuansatz im Befestigungswesen des 11. Jh. vollzogen. In die Arbeit flossen mangels entsprechender Beiträge zur Erforschung der zentralen Region zudem for-schungsgeschichtliche Betrachtungen bis hin zu den aktuellen Bedingungen ein, um struktu-relle Zusammenhänge objektiv bewerten zu können. Die ergänzende Vorlage spezifischer Funde soll mit den behandelten übergeordneten Themen die Diskussion anregen, welcher Platz dem Friaul im mittelalterlichen Europa einzuräumen ist und was Archäologie auf Burgen noch zu landesgeschichtlicher Forschung und der Vervollständigung unseres Wissens zum Mittelalter beitragen kann.

This current work was put together at the end of an archaeological examination of the centre of a castle grouping in the municipality Faedis in the east of Friuli in northern Italy. The centre point of these forts origin from a forest cleared area with Cuc(c)agna itself denoting a reified `land of plenty´ was extended and used for…

Contributors Brather, Sebastian (advisor)
Language de
Rights unrestricted
Country of Publication de
Format application/pdf
Record ID oai:freidok.uni-freiburg.de:10129
Repository freiburg-diss
Date Retrieved
Date Indexed 2018-07-18
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